Wahlprüfsteine und mehr…. – Koalition der Freien Szene

9147bbeb-df2b-4c75-9499-93b8a4b75683Die Koalition der Freien Szene hat ihre Wahlprüfsteine 2016 an die Berliner Parteien versandt!

Wir sind gespannt auf die Antworten!

Was würden Sie im Falle einer Regierungsbeteiligung tun, um die Freie Szene in Berlin signifikant zu stärken? – 15 Fragen.

  1. Wie lauten Ihre konkreten kulturpolitischen Forderungen für den Erhalt und die Stärkung der Freien Szene? Wodurch zeichnet sich Ihr Konzept aus? Was wollen Sie anders machen? Wo sehen Sie Korrekturbedarf im Vergleich zum bisherigen Kurs?
    Wie möchten Sie sicherstellen, dass die Schere von 5% der Kulturförderung für die Freie Szene gegenüber 95% für die Institutionen geschlossen wird?
  2. Was macht die Freie Szene für Sie so besonders und einzigartig im Kontext der Kunst- und Kulturlandschaft in Berlin?
  3. Wie stehen sie zum 10-Punkte-Programm der Koalition der Freien Szene? Was werden Sie davon umsetzen? http://www.berlinvisit.org/forderungen-zahlen-2/
  4. Was werden Sie unternehmen, damit sich die Einkommenssituation der Kunst- und Kulturschaffenden der Freien Szene entsprechend den steigenden Lebenshaltungs- und Produktionskosten (Raummieten, etc.) signifikant verbessert?
  5. Wie möchten Sie unentgeltliche Arbeit, prekäre Beschäftigung und chronische Unterbezahlung in der Kulturarbeit, künstlerischen Produktion und Präsentation zukünftig in den Institutionen wie in geförderten Projekten der Freien Szene vermeiden? Wie stehen Sie zu verbindlichen Honoraruntergrenzen?
  6. Sind Sie bereit, die Fördermittel für die Freie Szene, die zum exzellenten Ruf Berlins als internationale Kunst- und Kulturmetropole maßgeblich beiträgt, signifikant aufzustocken, und wenn ja, in welcher Höhe bezogen auf konkrete Förderinstrumente?
  7. Wie sieht Ihr Konzept für die Bereitstellung von Räumen der künstlerischen Produktion für Berliner Künstlerinnen und Künstler zu bezahlbaren Preisen aus?
  8. Wie stehen Sie zur Deckelung der für Kunstprojekte zur Verfügung stehenden Citytax-Mittel auf 3,5 Mio. Euro jährlich? Setzen Sie sich für eine 100% Verwendung der Citytax-Mittel für Kunst und Kultur und für 50% für die Freie Szene ein?
  9. Wie stehen Sie zur politischen Reserve? Was halten Sie von diesem Instrument?
    Wie können Sie die Nachvollziehbarkeit der Mittelverwendung im Rahmen eines transparenten Verfahrens sichern?
  10. Wie lautet Ihr Konzept für eine weitere Professionalisierung der Juryverfahren, wie möchten Sie für transparente Kriterien bei der Entscheidungsfindung sorgen?
  11. Worin sehen Sie die primären Zwecke der Kulturförderung – gehören die Entwicklung der Kreativwirtschaft und die Tourismusförderung dazu?
  12. Was halten Sie von einer stetigen Zusammenarbeit von VertreterInnen aus der Freien Szene und der Verwaltung auf Augenhöhe? Wie werden Sie diese strukturell unterstützen?
  13. Was werden Sie unternehmen, um die bezirkliche Kultur zu stärken, eine nachhaltige, dezentrale bezirkliche Kulturarbeit zu gewährleisten und kleinere kulturelle Bestandseinrichtungen auf Bezirksebene zu erhalten?
  14. Soll die Kultur in Berlin ein eigenes Ressort bekommen oder beim Regierenden Bürgermeister verbleiben?
  15. Wie stehen sie mittel- und langfristig gesehen zu einem Grundeinkommen für professionelle KünstlerInnen als Modellversuch in der Kunst- und Kulturmetropole Berlin?

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(aktualisiert am 19.08.16)   Plakat des BBK Berlin

Liebe MitstreiterInnen der Koalition der Freien Szene,

das nächste Plenum findet am Montag, 22. August statt

um 19:00 bis 22:00 Uhr

in der Lettrétage, Mehringdamm 61, 10961 Berlin

Hauptthema wird die Begleitung des Wahlkampfs sein. Wir machen im September eine Kampagne. Geplant sind ein Auftakt mit Pressekonferenz und anschließendem get together der Freien Szene.

Pressekonferenz: Montag, 29.08.16 um 14:00 Uhr in den Uferstudios, Uferstr. 8/23, 13357 Berlin – EINGANG: Badstr. 41a (Tor 1)

Kommt zahlreich!

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Und hier können Sie die Antworten der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien, die zu den Wahlprüfsteinen befragt wurden im Einzelnen nachlesen:

http://www.berlinvisit.org/wahlpruefsteine-der-koalition-der-freien-szene-2016-2/

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Beitrag in der Berliner Abendschau über die Pressekonferenz:

http://mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Abendschau-vom-29-08-2016/rbb-Fernsehen/Video?documentId=37415278&topRessort=tv&bcastId=3822076

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Offener Brief der Berliner Freien Szene zur Abgeordnetenhauswahl 2016 als PDF  

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3 Gedanken zu “Wahlprüfsteine und mehr…. – Koalition der Freien Szene

  1. altlietzow12 sagt:

    Offener Brief der Berliner Freien Szene zur Abgeordnetenhauswahl 2016
    14. September 2016

    Wir, als freie Kunst-, Tanz- und Theaterschaffende in Berlin, sehen uns einem aufklärerischen und humanistischen Welt- und Gesellschaftsbild verpflichtet.

    Die aktuelle Tendenz, dass Politik und Öffentlichkeit zunehmend durch Rechtspopulist*innen und rechtsextreme Parteien wie die AfD vereinnahmt werden und diese immer mehr Zustimmung durch die Bevölkerung erfahren, hat vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus in erschreckendem Maße auch unsere vermeintlich liberale und offene Stadt erreicht. Wir sehen uns daher in der Verpflichtung, ein klares Statement gegen politischen Rechtspopulismus abzugeben.

    In der Freien Kunst- und Kulturszene Berlins verstehen wir uns als international, multi- und interkulturell, feministisch, nicht cis- noch hetero-normativ. Es entspricht unserem Selbstverständnis, uns künstlerisch wie auch nicht-künstlerisch (selbst-)kritisch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands auseinanderzusetzen, mit offenem wie auch strukturellem Rassismus und den Privilegien, die einige unter uns gegenüber People of Color, Menschen mit Migrationshintergrund und nicht ‚Biodeutschen‘ erfahren; mit normativen, konditionierten Gender- und Geschlechterrollen, mit der Ungleichheit und Diskriminierung, die Menschen aufgrund unterschiedlicher ökonomischer, sozialer oder weltanschaulicher Hintergründe erfahren. Wir wollen Orte schaffen, die diskriminierungsfrei und sicher sind.

    Daher widersprechen wir aufs Schärfste den Programmen rechtspopulistischer Parteien, die auch in Berlin zur Wahl stehen und von denen einige Vertreter*innen bedauerlicherweise höchstwahrscheinlich auch ins Abgeordnetenhaus gewählt werden.

    Wir lehnen die traditionelle Familie als familiäres Leitbild ab, innerhalb dessen konservativ misogyne und homophobe Konzepte Menschen vorschreiben wollen, in welchen Strukturen sie ihren familiären Kontext gestalten sollen und Frauen einem biologistisch- deterministischen Rollenbild folgen müssen. Ebenso insistieren wir darauf, dass Frauen die absolute Autonomie über ihre Körper haben.

    Wir lehnen die Definition von Gender als zwei determinierte Geschlechter, die alle, die außerhalb dieser Definition stehen pathologisiert und marginalisiert, ab. Eine wissenschaftlich valide und zeitgemäße Auffassung von Gender definiert dieses auch als sozial-gesellschaftliches Konstrukt. Wir fordern daher die uneingeschränkte Gleichstellung homosexueller mit heterosexuellen Paaren und ein Ende der Pathologisierung und behördlicher Diskriminierung von trans*- und inter*-Personen. Wir verwehren uns gegen jegliche Diffamierung von LSBTIQ*.

    Wir stellen uns radikal gegen die unterschwellige bis offene Fremdenfeindlichkeit, die sich insbesondere in Form einer anti-islamischen Hysterie durch die Programme dieser Parteien zieht. Unverhohlener Rassismus wird hinter Slogans wie „Mehr Kinder statt Masseneinwanderung“, „Ausländerkriminalität“, „ungeregelte Zuwanderung in die Sozialsysteme“ und „Parallelgesellschaften“ versteckt. Für uns ist Asylrecht uneingeschränktes Menschenrecht und wir befürworten doppelte Staatsbürgerschaften.

    Wir verstehen den Sozialstaat als bedingungslose Solidargemeinschaft, in der Sozial- oder Gesundheitsleistungen nicht aufgrund von Weltanschauung, Nationalität oder Suchterkrankung eingeschränkt werden.

    Die Gesellschaft, in der wir leben wollen, ist eine offene, humanistische, pluralistische und multikulturelle und keine deutschtümelnde, rechtsnationale Volksgemeinschaft. Wir stehen für Multi- und Interkulturalität anstelle „deutscher Leitkultur“.

    Daher appellieren wir an Euch und Sie, geschätzte Kolleg*innen, verehrte Zuschauer*innen: Berlin und seine freie Kunstszene steht für Offenheit, Inklusion und Diversität. Gebt dem Rechtspopulismus und rechtsextremen Parteien keine Chance, nicht auf dem Wahlzettel und nicht im Alltag.

    Leitet diesen offenen Brief gerne weiter.

    Wir danken hier auch den Verfassern des Berliner Manifests gegen Instrumentalisierung von LSBTIQ* durch Rechtspopulist*innen, dies war uns Anreiz und Inspiration: http://www.berliner-manifest.de/

    Bisherige Unterzeichner*innen:

    Vorstand des LAFT Berlin – Landesverband freie darstellende Künste Berlin e.V.: Janina Benduski, Chang Nai Wen, Nina Klöckner, Sandra Klöss, Elisa Müller, Nicole Otte, Björn Pätz, Vera Strobel und Martin Stiefermann.

    Koalition der Freien Szene, SprecherInnenkreis: Christophe Knoch, Mica Moca Project Berlin / Für Bildende Kunst: Zoë Claire Miller, Sophie-Therese Trenka-Dalton, Berufsverband Bildender Künstler Berlin / Für Kulturproduktion: Wibke Behrens / Für Musik: Sebastian Elikowski-Winkler, Timo Kreuser DACH/MUSIK, Initiative Neue Musik und Bettina Bohle, Nikolaus Neuser DACH/MUSIK, IG Jazz Berlin / Für Literatur: Moritz Malsch, Eric Schumacher, Netzwerk Freie Literaturszene / Für Tanz: Simone Willeit, Uferstudios / Theater: Elisa Müller, Vera Strobel, Landesverband Freie Darstellende Künste (LAFT Berlin e.V.) und für Projekträume Chris Benedict, Matthias Mayer, Netzwerk freier Berliner Projekträume und – initiativen.

    ——————————————————————-
    Die Kunst- und Kulturschaffenden bilden das geistige Kapital Berlins.
    Die Mehrheit von ihnen arbeitet – außerhalb der Kulturinstitutionen – in der Freien Szene.
    Diese spielt somit eine Schlüsselrolle für die Zukunft der Kultur der Stadt.
    Um die Freie Szene in Berlin zu erhalten, bedarf es dringend mehr Mittel und angemessener Strukturen.
    Wir fordern die sofortige Stärkung der Freien Szene Berlins!

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